12.8.2016 – Jugendstilrotbullig: Mahlers Dritte in Toblach

gustav-mahler-grandhotel-toblach-dobbiacoJugendstil statt Décadence: Im aus kakanischer Vorzeit auf uns gekommenen Grand Hotel Toblach, durch das der Geist Gustav Mahlers spukt, befindet sich heute eine Jugendherberge. Ebenso erfrischend ist es, wenn ein vorzügliches Ensemble junger Musiker, nämlich (Achtung:) Orchester und Chor der Musikakademie der Studienstiftung des Deutschen Volkes im Konzertsaal des Grand Hotels einen Brocken wie Mahlers Sinfonie Nr. 3 wuppt. Angesichts dieses juvenilen Flairs hat der Konzertgänger seine sechsjährige, mit der Bernstein-Aufnahme wohlpräparierte Tochter mitgebracht, deren lebhafter Fantasie Mahlers blumige Klangsprache durchaus entgegenkommt.

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25.5.2015 Una-cordisch: Radu Lupu im Kammermusiksaal

Nie würde der Konzertgänger sich jemanden wegen des Aussehens anhören. Aber wenn er bei irgendwem in Versuchung käme, wäre es weder Khatia Buniatishvili noch Yuja Wang, sondern… Radu Lupu! Weil er wie der als Rumäne wiedergeborene Brahms aussieht. Beim tiefenentspannten Lupu kann man nicht die Augen schließen, nicht mal, um in seinem einzigartigen Piano zu schwelgen.

Willy_von_Beckerath_-_Brahms_am_FlügelMit Johannes Brahms beginnt Lupu auch sein Programm im Kammermusiksaal, das aus lauter großen Namen, aber keinem richtig berühmten Werk besteht: vier  Werke aus einem sanften Geiste. Im Vordergrund stehen Variationen, aber kein Goldberg, Diabelli oder Rzewski, und auch von Brahms nicht Händel, sondern Variationen über ein eigenes Thema D-Dur op. 21, 1 (1857). Lupu geht sie als fleischgewordenes Sotto Voce an, sein linker Fuß scheint anfangs am Una-Corda-Pedal zu kleben, auch rechts geizt er nicht, was Brahms‘ ohnehin dichten Tonsatz an die Grenze zum Verrauschten bringt. Und doch steigen unter diesem Schleier die lyrischsten Klänge auf, und man hat keinen Zweifel, dass diese Variationen nicht Brahms‘ bekannteste, aber die allerschönsten sind. Auch ohne dramatische Aufwühlungen, dafür erfüllt von innerlicher Strahlkraft. Spontane Rubati ereignen sich, gerade so als müsse Lupu erst überlegen, wie es denn weitergehen könnte; mehrmals hält er Sekundenbruchteile inne und schaut verdutzt auf seine Rechte.

Keine Ahnung, ob er damit bei einer Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule durchkäme; aber das muss er mit über 70 auch nicht mehr, fehlerlos sollen 20jährige spielen. Und wer technisch perfekte (und trotzdem originelle) Pianisten hören will, muss zum gerade laufenden Klavierfestival ins Konzerthaus gehen.

Auch Beethovens 32 Variationen über ein eigenes Thema c-Moll WoO 80 (1806) beginnen fast verhuscht, immer mit einer Art Grundrauschen. Das klingt nicht gerade virtuos und erst recht nicht nach Apassionata-Power; aber wo beide Hände in den Diskant steigen, entstehen die himmlischsten Klänge, die man sich denken kann. Als spiele der ganz späte Beethoven nochmal sein Werk aus den heroischen Jahren durch.

Nach Mozarts Variationen über ein Menuett von Duport KV 573 (1789), dessen Moll-Variation gläsern wie ein Nocturne klingt, gehört die zweite Konzerthälfte Franz Schubert. Man müsste überprüfen, ob es altersmäßig hinhaut, aber Schuberts G-Dur-Sonate D 894 (1826) klingt wie für Radu Lupu persönlich geschrieben. Im Kopfsatz, der eher eine freie Fantasie als ein Kopfsatz ist, scheint nichts den Pianisten von den eröffnenden Akkorden fortzuziehen; und von Lupu ließe man sich liebend gern minutenlang G-Dur-Akkorde vorspielen. Als es doch weitergeht, verschluckt Lupu wieder Töne und verschleppt Tempi, aber in der sogenannten Durchführung kommt es dann kurz zum Durchbruch heftigster Leidenschaft. Doch vor allem lässt Lupu die Musik leuchten, zeigt ihre allertraurigste Schönheit und schwermütige Unbeschwertheit, der Steinway scheint zu schweben. Das Trio mit seinen unendlichen Verzögerungen klingt, als spiele Schubert persönlich die Zither.

Lupu ist gesundheitlich angeschlagen, er hustet (wenn auch nicht so laut wie das Publikum) und schnieft. Als während der Zugabe, Schuberts As-Dur-Impromptu, ein Handy bimmelt, wird er sich fragen, wohin er hier geraten ist. Ein berührendes, friedvolles, alterszartes Konzert.

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21. + 23.5.2016 – Klavierfestival (2+3): Benjamin Grosvenor und Paul Lewis

Fumagalli_2Nach dem gelungenen Auftakt mit Nikolai Lugansky zwei weitere Konzerte des Klavierfestivals mit erstklassigen Pianisten, die aus unerfindlichen Gründen sonst nie solo in Berlin zu hören sind: Die Engländer Benjamin Grosvenor am Samstag und Paul Lewis am Montag im Kleinen Saal des Konzerthauses.

Das große Manko bleibt (bei aller Sympathie für Alternativen zum ewigen Steinway-Einerlei) der farbenarme Flügel der Firma Yamaha, die als Sponsor das Festival allerdings überhaupt erst ermöglicht. Maurice Ravels Le Tombeau de Couperin klingt bei dem technisch äußerst versierten Benjamin Grosvenor wie eine Spieldose aus Plastik. Eine stupend fingerfertige Schlusstoccata tröstet darüber hinweg. Auch in Frédéric Chopins bravourös gespielter 2. Sonate b-Moll op. 35 (vor zehn Tagen von Grigory Sokolov in halbem Tempo zu hören) klingen die Töne der unendlichen Kantilenen im zweiten und dritten Satz wie Kunststoffperlen. Aufregende Entdeckungen jedoch, was Grosvenor etwa im Kopfsatz an Bassfiguren herausdestilliert; und das kurze Finale hat nichts Verhuschtes, sondern klingt in seiner Zerfetztheit so modern, dass es den Hörer vor den Kopf schlägt. Ein unerwartetes Wunder ereignet sich schließlich in Franz Liszts Claude_Monet,_Saint-Georges_majeur_au_crépusculeVenezia e Napoli, als Grosvenor nicht nur die erwartet hohe Viortuosität zeigt, sondern dem Flügel Klangfarben und Schattierungen entzaubert, die man zuvor nicht für möglich hielt. Ein Hochgenuss!

Noch bezaubernder gelingt dies Paul Lewis, der einen so feinen, konzentrierten Anschlag hat, dass er auch eine klobige Kommode zum Singen brächte. Da der Yamaha ja nun auch kein wirklich schlechtes Instrument ist (abgesehen vom Pitschpitsch in den obersten anderthalb Oktaven), ist Lewis‘ Rezital traumhaft schön. Seinen Ruf als erstklassiger Schubert-Pianist, ein Meister der Anfänge und Übergänge, hat er offenhörlich zu Recht; wie seine Hand nonchalant ins Scherzo der Sonate H-Dur D 575 (1817) hüpft, ist unwiderstehlich. Und wenn er Johannes Brahms‘ frühe Balladen op. 10 singt, wird der Hörer zur verzückten Clara Schumann:

Es ist wirklich rührend, wenn man diesen Menschen am Klavier sieht mit seinem interessant jugendlichen Gesichte, das sich beim Spielen ganz verklärt, seine schöne Hand, die mit der größten Leichtigkeit die größten Schwierigkeiten besiegt, und dazu diese merkwürdigen Kompositionen.

Noch merkwürdiger, noch schöner Brahms‘ späte Intermezzi op. 117, die man auch als innigen Abschluss des Abends nähme. Aber zumindest eine Zirkusnummer muss hier wohl jeder Pianist bringen: Lewis absolviert diese Pflicht mit Franz Liszts alberner Dante-Sonate mit ihren zwei Millionen Doppelschlägen und sieben Millionen Höllenfahrt-Tritonussen hochvirtuos. (Ausgerechnet da beruhigt und begeistert sich das wie schon bei Lugansky sehr hibbelige Publikum, in dem diesmal besonders ein Husten-Hephaistos auf der Galerie und eine aufmerksamkeitsheischende Dame im Luftfächerwahn übel auffielen.)

Um so bewundernswerter, dass Paul Lewis so schön Schubert spielen kann, wie er in der zweiten Zugabe zeigt, dem ersten der Moments musicaux.

Darum noch eine weitere Zugabe:

Noch zwei Konzerte am 27.5. (Sophia Pacini) und 2.6. (Nikolai Demidenko).

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13.5.2016 – (Im)perfect: Bratschenmusik mit Mozart, Brahms, Ligeti, Benjamin

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Freitag der 13. im Zeichen der Bratsche: Fünf Werke in wechselnden Besetzungen, in denen The imperfect instrument (so der Titel des Abends) ganz unterschiedliche Rollen spielt, stehen bei den immer an- und aufregenden Spectrum Concerts im Kammermusiksaal auf dem Programm.

Herrlich gebratscht und sehr sympathisch moderiert (ungeschwätzig, manchmal etwas allgemein) wird das Konzert von der amerikanischen Violistin Jennifer Stumm – hier zu sehen in einem Bratschenvortrag von 2011:

Zwei Werke von Mozart und Brahms beweisen, dass ein Quintett mehr ist als ein Quartett mit einer Bratsche zu viel. Wolfgang Amadeus Mozarts Streichquintett Nr. 4 g-Moll KV 516 (1787, parallel zu Don Giovanni komponiert) prägt die Viola nicht nur durch Kleinigkeiten wie die eindringlichen Schleiferfiguren im Adagio ma non troppo, sondern grundlegend durch die Verstärkung der mittleren, menschlichen Stimmlage. Denn die menschliche Stimmung ist hier sehr fahl: Im Kopfsatz hängt das Seitenthema im selben g-Moll wie das erste Thema, eine betrübliche Atmosphäre, die sich in zackigen Akzenten im Menuett und in der überlangen Adagio-Einleitung des Finales noch schmerzlicher ausbreitet; selbst wo der Übergang nach G-Dur gelingt, bleibt sie spürbar. Ideal austariert ist der Gemeinschaftsklang der fünf Musiker, geführt vom Primarius Boris Brovtsyn mit herrlich leuchtendem Geigenton.

Noch wunderbarer gelingt dem Ensemble Johannes Brahms‘ 2. Streichquintett G-Dur op. 111 (1890), ein überreiches Spätwerk, das von gewichtiger Brahmsstrenge bis zu Johann-Strauß-Grüßen im Seitensatz alles enthält, was des Brahmsfreunds Herz begehrt. Und des Bratschenfreunds: Hier tritt sie viel aus- und eindrücklicher hervor, im Variationen-Adagio lässt Stumm ihr Instrument anrührend singen. Aus dem doch überschaubaren Publikum sind danach mehr Bravorufe zu hören als nach manch rappelvollem Philharmonikerkonzert. (Angesichts offenbar teils kläglicher Leistungen bei einem anderweitigen Brahmszyklus mit Starbesetzung ist der Brahmsfreund gut beraten, sich den 30.3.2017 bei Spectrum Concerts vorzumerken.)

Zuvor stand die Bratsche bei drei anderen Werken noch mehr im Rampenlicht. In György Ligetis becircender Sonate Hora Lunga sogar als Solistin: ein seelenvoller Gesang ausschließlich auf der C-Saite voll falscher Töne. Die natürlich gar nicht falsch sind, sondern Ligetis fantastischer Spekulation entspringen, die Bratsche hätte eine um eine Quinte tiefere, real nicht vorhandene F-Saite, und deren 5., 7. und 11. Oberton wären dann die im temperierten System ‚falsch‘ klingenden Naturtöne. Da die F-Saite imaginär ist, bitte ich den Bratschenspieler, die Intonationsabweichungen bewusst zu greifen. Was Jennifer Stumm umwerfend gelingt, ein Stück von traumhaft präziser Schrägheit, dessen Flötentöne sich schließlich in höchste Höhen pfeifen, um sich ins Oberton-Nirvana aufzulösen.

In den schönen Zwei Gesängen op. 91 von Johannes Brahms geht die Viola eine naheliegende, doch nicht immer gelingende Verbindung mit einer Altstimme (Renata Pokupić) ein. Das Geistliche Wiegenlied mit der Melodie des Weihnachtsliedes Joseph, lieber Joseph mein komponierte Brahms 1863 zur Hochzeit von Joseph Joachim und Amalie Schneeweiß, die Gestillte Sehnsucht 1884 zur Verhinderung von deren Scheidung. Wenn selbst dieses schöne Lied die Ehe der Widmungsträger nicht retten konnte, dürfte nicht mehr viel zu kitten gewesen sein. Auch im Lied umarmt die Bratsche am Ende eher sich selbst als die Frauenstimme.

Der 1960 geborene George Benjamin lässt hingegen die Bratsche ihresgleichen heiraten: Sein phänomenales Viola, Viola für zwei Violen (1997) durchschreitet musikalische Welten vom fernsten Sphärenton bis zu einem hochkomplexen Stimmen- und Tongeflecht, das doch unmöglich nur zwei Bratschen hervorbringen können… Jennifer Stumm und ihr Partner Lars Anders Tomter übertreffen sich selbst. Und das inspirierende Programm dieses Konzerts schenkt dem Hörer die verblüffende Einsicht, wie auffällig die weitläufige Spannung von Benjamins Klangwelten der ganz anders tönenden Weite von Brahms G-Dur-Quintett ähnelt. Wenn das nichts ist!

Nächstes Spectrum Concert am 17. Juni, mit den Goldberg-Variationen… für Streichtrio!

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29.4.2016 – Das Konzerthaus sucht den Superenkel: Violinkonzerte von Bach, Beethoven, Brahms

What’s next? Sperm playing Rachmaninoff? fragte einmal angesichts des neuesten Wunderkindvideos ein Kommentator bei Youtube. Das Alter der Solisten im Konzerthaus beträgt immerhin zwölf, fünfzehn und zwanzig – und zwar Jahre, nicht Schwangerschaftswochen. Sie spielen im Rahmen der Hommage an Yehudi Menuhin das Programm, das selbiger im Alter von zwölf Jahren 1929 in Berlin gab, in einem legendären Konzert mit Bruno Walter am Pult. (Die älteren Besucher werden sich erinnern.) Heute dirigiert der Brite James Judd, ein veritabler Rudi Gutendorf der klassischen Musik, Weltenbummler zwischen Israel, Neuseeland, Utah und der Slowakei. Und macht seine Sache prima; aber das Augenmerk liegt natürlich auf den jungen Geigern.

Die grundsätzliche Frage, ob man Musiker in diesem Alter unbedingt der großen Bühne aussetzen muss, ist natürlich kein Einwand gegen die Solisten und erst recht kein Zweifel an ihren offenhörlichen Hochbegabungen. Das etwas beklemmende Bild des pummeligen Yehudi mit Herrn Walter relativiert diese Frage auch; wenn’s ein Irrwitz ist, so doch nicht aus Zeitgeist.

Der Saal ist voll, das Publikum begeistert, es bejubelt jeden der drei wie den Superenkel, von dem man nie zu träumen wagte. Die Junggenies machen ihrerseits schon mal Bekanntschaft mit dem Abokonzert-Fegefeuer, das da heißt Hustenexzesse bei Bach, Türenbumpern im Beethoven-Larghetto und Handyklingeln im Brahms-Adagio. Sie zucken nicht mit der Wimper deshalb.

Die 12jährige Yesong Sophie Lee aus den USA, Gewinnerin des Menuhin-Wettbewerbs 2016 in der Kategorie Junior (der Senior ist 17), spielt auf einer Guarnieri-Geige das Violinkonzert E-Dur BWV 1042 von Johann Sebastian Bach, technisch exzellent und mit hellem, glanzvollem Ton. Bei aller Frische alte Schule mit viel Vibrato. Sie ist aber zum Glück nicht das dressierte Püppchen, das man vorher doch befürchtet hat: Aktiv sucht sie Blickkontakt zum Orchester, wendet sich um, lächelt, reagiert, freut sich merklich an der Musik.

In Beethovens Violinkonzert D-Dur überrascht zunächst das Konzerthausorchester unter James Judd positiv: Viel konturierter, prägnanter, aktiver klingt es als vor drei Wochen unter Thomas Sanderling mit dem (brillanten) Josef Špaček. Der in Schweden geborene Daniel Lozakovitj (15, Hobby in Geigenpausen: Schach) ist bereits mit Valery Gergiev im Mariinsky aufgetreten und absolviert den Solopart mit Bravour, mag er auch im Kopfsatz hier und da noch an natürliche (oder eher übernatürliche) Grenzen stoßen. Im Rondo zieht er das Orchester frech hinter sich her. Phrasierung, Agogik und Dynamik sind vorbildlich; eine gewisse letzte Dringlichkeit (die ja auch immer eine Projektion des Hörers ist) mag sich noch einstellen. Man will natürlich nicht so weit gehen, ihm Schicksalsschläge zu wünschen; ein paar Slayer-Downloads wären auch was. Fast erschreckend ist es, dass Lozakovitj bereits die Erwachsenenmarotte übernommen hat, die Blumen an die nächstsitzende Orchesterstreicherin weiterzureichen. Und eine Bachzugabe zu spielen.

Der dänisch-amerikanische Geiger Stephen Waarts, als einziger Solist noch im 20. Jahrhundert geboren, zeigt in Johannes Brahms‘ Violinkonzert D-Dur eine sympathische, stellenweise faszinierende Nonchalance gegenüber oberflächlicher Tonschönheit. Ein Geiger der leisen Töne, dem das Spröde, Fahle zu liegen scheint; seine dramatische Bewegung kommt ganz von innen, ohne äußerliche Effekthascherei; im Adagio gelingt ihm ein zarter, völlig unklebrig singender Ton, unbeirrt davon, dass das Orchester hier bisweilen etwas aus dem Gleichgewicht gerät. Sehr einnehmend wirkt, dass er einen riesigen, recht grindigen Wischlappen auf dem Dirigentenpult ablegt; und als Zugabe nicht Bach spielt, sondern Eugène Ysaÿe.

Der zwölfjährige Menuhin soll bei einem weiteren Wunderkindkonzert 1929 noch das Mendelssohn-Violinkonzert als Zugabe gespielt haben. Darauf muss das Publikum im Konzerthaus verzichten, dennoch ein gewinnbringendes und v.a. viel versprechendes Konzert.

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15.4.2016 – Schumann plus: Mandelring Quartett und Ian Fountain im Kammermusiksaal

Der Fröhliche Landmann ist anno 2016 ein Jazzpianist: Der österreichische Komponist Paul Engel, dessen künstlerisches Wirken sich von einer frühen Rolle im Heimatfilm Die singenden Engel von Tirol bis zu Werken wie Korrelation und Metasinfonia erstreckt, hat ein Klavierquintett Hommage à Robert Schumann geschrieben, das man strukturell als Tondichtung Ein Romantikerleben bezeichnen könnte. Am biografischen Schnürchen sind die sieben Abschnitte des Stücks aufgefädelt, von der Kindheit bis zur finalen Melancholie mit Wahn. Engels musikalische Sprache hat aber zum Glück gar nichts von symphonischer Dichtung, sondern ordnet jeder Station eine Klangsphäre zu, die auf musikalischen Assoziationen beruht, dem Album für die Jugend und den Davidsbündlertänzen etwa oder auch dem Violinkonzert des Hamburger Bewunderers Brahms.

Ein noch größeres Glück ist es, dass Engel dem Zuhörer leidiges Zitate-Raten erspart (auch wenn manche Phrasen einen anspringen, wie anfangs der Fröhliche Landmann). Stattdessen dominieren freie poetische und jazzige Klänge diese Traumreise, insgesamt vielleicht etwas additiv, aber doch von so unmittelbar ansteckender Musikalität, dass auch die asiatische Umblattlerin des Pianisten mitwippt. Aus einer anderen Welt, einem Kosmos ohne Taktstriche scheint hingegen der Ur-Melos im Zentrum der Komposition herüberzutönen, der sich als einziger Abschnitt nicht auf ein konkretes Schumannstück bezieht. Stattdessen: Clara. Ein Wechselgesang der Streicher über unendlich andauernden Liegetönen und  unaufhörlichem Pendeln des Klaviers, der an die beiden Louanges in Messiaens Quatuor pour la fin du temps erinnert, sich von diesem aber durch eine geradezu orgasmische Steigerung unterscheidet.

Der Pianist Ian Fountain gesellt sich an diesem Schumann gewidmeten Abend zum Mandelring Quartett im Kammermusiksaal. Nur abseits des Klaviers wirkt der hochaufgeschossene Engländer mit großer Brille und schlottrigem Sacko ungelenk. Sein Zusammenspiel mit dem Quartett ist so umsichtig und fein abgestuft, dass man sich wünscht, es möge ewig weitergehen. Schon im eröffnenden Allegro brillante von Robert Schumanns Klavierquintett Es-Dur op. 44 werden trotz Kraft und Frische (Clara Schumann) innehaltende Momente von fast tschaikowskyhafter trauriger Schönheit hör- und spürbar, die den folgenden langsamen Satz dann ja völlig dominieren: das vereinzelte Seufzen (besonders eindrucksvoll die schmerzlichherb klingende Bratsche von Andreas Willwohl) und das gemeinsame Seufzen in den schwerelos aufsteigenden Inseln der Erinnerung – ein Triumph der perfekt abgestimmten Agogik des Quartetts und ihres Gastes. Irritierend fest wirkt danach der sichere Boden, auf dem die Sätze 3 und 4 sich bewegen. Und vielleicht kunstvoller und trotz der scheinbar schlichten Form elaborierter, aber bei weitem nicht so unmittelbar berührend ist das als Zugabe gespielte schöne Andante aus Brahms‘ Klavierquintett.

Ein Muster an Spielkultur war bereits Schumanns Streichquartett a-Moll op. 41,1, mit dem die Mandelrings noch ohne Gast den Abend eröffneten: Unsagbar sanft sinken sie in die Andante espressivo-Einleitung dieses Stücks hinein, in dem alles singt, jede Fuge wie ein Kanon klingt. Wunderschön das zum Zerreißen gespannte Adagio. Als im Presto-Finale, kurz vor Schluss, die rasanten Abwärtsläufe innehalten, die Welt stehenbleibt in atemlosem Schumannglück, erinnert nur ruchloses Handybimmeln den Hörer daran, dass er sich noch im Diesseits befindet.

Am 4.6. kann er es wieder verlassen, dann spielt das Mandelring Quartett unter dem Motto Genie und Wahnsinn Mozart, Ullmann und das 3. Quartett von Schumann.

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24.2.2016 – Anmutig erschütternd: Mandelring Quartett spielt Beethoven, Schostakowitsch, Brahms

Ein untrügliches Indiz dafür, wie gut das Mandelring Quartett ist, sind die vielen Streicher im Publikum: Lauter Geigen-, Bratschen- und Cellokästen werden an der Garderobe des Kammermusiksaals abgegeben, wo jeder Schatz sicher liegt wie in Abrahams Schoß. Nur die neue Garderobenfrau fragt eine Japanerin, die ihr den Geigenkasten reichen will: „Ist er sehr schwer?“

Aber es ist kein Konzert nur für Spezialisten. Als kleine Einstiegshilfe gibt das Mandelring Quartett seinen Programmen (ähnlich wie das Freiburger Barockorchester) hübsche Titel, an diesem Abend Anmut und Erschütterung. Auch Antrieb und Erstarrung könnte man sich vorstellen, wenn man die 3 Werke dieses Abends hört. Denn purer Antrieb ist das Streichquartett D-Dur op. 18, 3, das entgegen der Nummerierung früheste Quartett von Ludwig van Beethoven (1798/99). Obwohl Beethoven hier noch auf Ignaz Schuppanzighs elende Geige Rücksicht nahm, sprach bereits der Geist zu ihm, und die mozart-haydnsche Anmut wird immer wieder erschüttert. Am explosivsten klingt der leiseste Satz, nämlich der dritte: Da rumort schon das Scherzo, aber nie über die Grenze des Halblauten. Das dramatische Feuerwerk im Finale klingt dann gar nicht mehr nach Haydn. Die vielgerühmte Homogenität des Mandelring Quartetts klingt in den ersten Minuten noch leicht getrübt, aber das sind Lappalien, die einem bei einem anderen Quartett gar nicht auffielen. Dass der Bratschist Andreas Willwohl erst seit einigen Monaten dabei ist, nicht schon seit Jahrzehnten, bemerkt (wie schon beim Mendelssohn-Marathon im Radialsystem im November) kein Mensch, der es nicht weiß. In der Pause nach dem ersten Satz schaut der Primarius Sebastian Schmidt belustigt ins Publikum, das sich wie auf Knopfdruck einen abhustet.

Nicht nur leicht, sondern extrem getrübt beginnt dann das Streichquartett Nr. 8 c-Moll  von Dmitri Schostakowitsch, was bei diesem Werk kein Mangel, sondern Sinn der Sache ist: Offiziell der Erinnerung an die Opfer des Faschismus und des Krieges gewidmet, schnüren dem Hörer die Gewalt des 2. Satzes und das aufklingende jüdische Klagelied den Hals zu, genau wie die Akkordsalven im 4. Satz, die an eine Hinrichtung denken lassen. Zugleich ist das Quartett mit seinem berühmten manischen D-Es-C-H-Motiv unüberhörbar persönlich. Unnachahmlich der Brief an Isaak Glikman, in dem Schostakowitsch es als vorweggenommenes Requiem auf sich selbst beschreibt, und weiter:

Dieses Quartett ist von einer derartigen Pseudotragik, dass ich beim Komponieren so viele Tränen vergossen habe, wie man Wasser lässt nach einem halben Dutzend Bieren. Zu Hause angekommen, habe ich es zweimal zu spielen versucht , und wieder kamen mir die Tränen. Aber diesmal schon nicht mehr nur wegen seiner Pseudotragik, sondern auch wegen meines Erstaunens über die wunderbare Geschlossenheit seiner Form.

Das Mandelring-Quartett, von dem es eine außerordentliche Gesamteinspielung der Streichquartette gibt, beherrscht den fahlen, schneidenden, klagesingenden Schostakowitsch-Ton vollkommen; das Singende an diesem Abend besonders eindrücklich der Cellist Bernhard Schmidt im 3. und 4. Satz.

Ob man das D-Es-C-H-Motiv nun, wie ein Hörer es tut, in der Pause auf der Toilette pfeifen muss, ist Geschmackssache. (Aber auch der Sohn des Konzertgängers hat es schon mit sechs Jahren auf dem Klavier geklimpert; es gefälllt ihm besser als B-A-C-H.)

Selbst Johannes Brahms‘ Streichquartett c-Moll op. 51,1 ist kein Fall nur für Spezialisten, im Gegenteil. Zwar gehört es zu Brahms‘ Werken mit unfassbar komplexen Außensätzen, die man desto weniger anzuhören wagt, je mehr man darüber liest. Zumal wenn man erfährt, dass Schönberg im Aufsatz Brahms, der Fortschrittliche seinen furchteinflößenden Begriff der entwickelnden Variation an ebendiesem Quartett belegte; und dass Brahms 20 Jahre lang 20 fertige Quartette in die Tonne kloppte, bevor er dieses eine gelten ließ.

Der Laie kann im Kopfsatz  und im Finale zwar kaum nachvollziehen, wie sich die Musik entwickelnd variiert und variierend entwickelt. Aber dass sie es tut, hört er doch. Und wie die grimmigen und melancholischen Figuren einander packen und weiterziehen und voranschleudern, packt, zieht und schleudert auch ihn. Besonders ergreifend bei Brahms immer die Momente, in denen der hyperkomplexe Dauerantrieb für einen Moment erstarrt, als begriffe er sich selbst nicht mehr – für den Konzertgänger neunzehntes Jahrhundert schlechthin.

Er wundert sich nur, wie man das alles in solcher Perfektion zusammenspielen kann wie das Mandelring Quartett, ohne dass einem die Einzelteile um die Ohren fliegen.

Und dann ist da ja immer noch die innige, fast schon beschämende Schönheit der brahmsschen Mittelsätze. Keine pragmatische Entlastung für den strapazierten Hörer, sondern ästhetisch notwendiges Komplement zu den ungeheuren intellektuellen und emotionalen Entladungen der Rahmensätze. An diesem Abend ist alles da, was Brahms ausmacht: die Süße der Logik und die Logik der Süße – Anmut und Erschütterung.

Als Zugaben das Menuett aus Haydns Opus 71, 2 D-Dur und das Assez vif et bien rythmé aus Debussys Streichquartett.

Das Mandelring-Quartett kommt wieder nach Berlin am 15. April plus Klavier, am 4. Juni mit Genie und Wahnsinn.

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23.12.2015 – Verwickelt: RSB, Janowski und Hamelin spielen Franck und Brahms

Mag Brahms auch logischer mäandern als Franck, so gibt es doch eine Art von verwickelter musikalischer Verwandtschaft: weniger der dichte Orchestersatz als eine gewisse bürgerlich-melancholische Zackigkeit. Eine schöne Kombination also, wenn das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Marek Janowski am Tag vor Heiligabend eine französische 3sätzige Sinfonie und ein deutsches 4sätziges Klavierkonzert spielt: kulinarisch, aber nie fetttriefend.

César Franck erklärte, seine Sinfonie d-Moll (1886-88) stehe gleichzeitig in f-Moll, und so klingt sie auch: wundervoll durch die Harmonien mäandernd, eher Ver- als Entwicklung. Nie fürchtet der Konzertgänger bei dieser hörbar geistreichen Musik, er könne vom Komponisten dabei ertappt werden, dass er den Faden verloren hat. Der Ohrwurm, der im ersten Satz wie ganz von selbst, ohne Zwang, aus dem Fluss der Musik aufsteigt, zaubert jedem Hörer ein Lächeln ins Antlitz. Und da bleibt es: vom Dur-Schluss, der im ersten Satz den überraschend wiederkehrenden dramatischen Gestus freundlich, doch entschieden abbricht, über das Lento mit integriertem Scherzo bis zum beschwingten Finale, in  dem sich alle Themen der Sinfonie wiedereinfinden – nicht im Sinne einer harschen Conclusio, sondern als fröhliches Stelldichein. Janowski dirigiert auswendig, am Ende meint man gar, ihm einen franckschen Backenbart wachsen zu sehen; das RSB ist, wie eigentlich stets, glänzend disponiert.

Marc-André Hamelin könnte zwar gleichzeitig Ravels Gaspard de la Nuit mit der Linken und Balakirews Islamey mit der Rechten spielen, er gilt bekanntlich als einer der größten Klaviervirtuosen der Gegenwart. Obwohl Klaviervirtuosen im 21. Jahrhundert nicht mehr dieselbe Popularität genießen bzw erleiden wie im 19. Jahrhundert, wie dieses Foto aus dem Twitter-Account des Maestros beweist:

https://pbs.twimg.com/media/CWBuqCEWwAAVAD6.jpg

Aber ein Virtuose ist Hamelin nur in technischer Hinsicht, nicht im Sinn von Oberflächlichkeit: Johannes Brahms‘ 2. Klavierkonzert B-Dur op.83 (1881) schüttelt er zwar aus dem Ärmel, aber ohne es auf die leichte Schulter zu nehmen. Mit wuchtiger Brahmspranke lässt er den Hörern in Block A die Haare wehen. Das RSB unter Janowski geht voll mit: Nichts für Brahmsgenderer und Originalklangversteher, dafür hat man das Gefühl, Brahms und Bülow persönlich zuzuhören. Und die weibliche Note bringt dann ja überströmend das Cello (gespielt von der brillanten Konstanze von Gutzeit, heute in ungewohnt flachen Schuhen) im dritten Satz, um dessentwillen auch der oberflächliche Konzertgänger dieses Werk immer wieder hören will. Klavier und Cello verwickeln sich in perfekte Symbiose, um nicht zu sagen vollkommenen Seelenverkehr. Das Finale spielt Hamelin dann mit geradezu haydnscher Klarheit.

Als müsse er seine Fähigkeit zum Zartgefühl noch beweisen, gibt er als Zugabe ein wunderbar anmutiges As-Dur-Impromptu von Schubert, den A-Teil spielt er bei der Wiederkehr etwas langsamer als beim ersten Mal, zum Dahinschmelzen.

Sollte irgendein Tauber noch Zweifel an der Virtuosität dieses Pianisten haben, verpuffen sie bei Claude Debussys Feux d’artifice, mit denen Hamelin bereits Silvester vorwegnimmt. Und keine Frage, Debussys Feuerwerk klingt verdammt viel besser als Silvester in Berlin.

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5.10.2015 – Wild: Namjoong Kim spielt Brahms, Hindemith und Bowen im Kammermusiksaal

Tonschönheit ist Nebensache, gebietet Paul Hindemith im 4. Satz seiner Solo-Sonate dem Bratschisten: Rasendes Zeitmaß. Wild. Wenn ein alter Europäer junge Asiaten hört, dann muss der Musiker stets auch gegen das Vorurteil anspielen: absolute technische Perfektion auf Kosten des individuellen Ausdruckswillens. So stehen die jungen Musikerinnen, die auf Initiative des Vereins New York City Artists in den kommenden Monaten fünfmal im Kammermusiksaal der Philharmonie spielen, vor keiner leichten Aufgabe.

Fast ist man erleichtert, bei der südkoreanischen Bratschistin Namjoong Kim schon in Johannes Brahms‘ ursprünglich für Klavier und Violine komponiertem Scherzo aus der F.A.E.-Sonate einige intonatorische Rauheiten zu hören, die nur zum Teil dem Charakter der Viola zuzuschreiben sind. Angemessen ungebärdig spielen Namjoong Kim und Zheeyoung Moon am Klavier diesen kraftmeierischen frühen Brahms, dritter Satz eines Gemeinschaftswerks mit Robert Schumann und dem vergessenen Albert Dietrich. (Man liest oft von dieser Sonate, bekommt sie aber leider nie im Ganzen zu hören.) Auch optisch sind die beiden ein eindrucksvolles Gespann. Die eher zurückhaltende Moon vermeidet es, vom Steinway aus die Bratsche zu übertönen, und tritt das Pedal mit Schuhen, mit denen sie kaum Autofahren dürfte. Kim schließt beim Spiel oft die Augen, platzt aber auch heraus und stampft bisweilen mit dem Fuß, dass man zusammenzuckt.

Die Klangschönheit kommt dann in Brahms‘ später dreisätziger Sonate Es-Dur op. 120,2 zu ihrem Recht. Man kennt sie als Klarinettensonate, Brahms selbst gab sie wegen des Mangels an guten Bläsern auch für Bratsche heraus, und in dieser Form hört man ein ganz anderes Werk: mit einem amabile, das nie weichgespült klingt, einem schroffen appassionato und geschmeidigen Zweiunddreißigstel-Ketten im grazioso des Variationenfinales. Sehr guter Brahms, lernt der alte Europäer. Und die jungen Asiaten lernen ebenfalls: dass auch in Berlin, dem Mekka der klassischen Musik, die Hörer zwischen den Sätzen klatschen.

Was bei Brahms kaum stört, aber bei Paul Hindemiths Sonate für Bratsche Solo op. 25, 1 (1922) schon ziemlich lästig ist, eine Art Händehusten. Kim lässt sich davon nicht beirren und zeigt die ganze Palette ihres Könnens und ihres Instruments, im Sehr langsam etwa die schwebend-sphärischen Flageolettklänge, die die Tochter des Konzertgängers im Geigenunterricht Flötentöne und Zaubertöne nennt. Im Rasend fetzen die Haare vom Bogen. In der spröden Schönheit des Passacaglia-Finales, definitiv einem Höhepunkt der überschaubaren Viola-Literatur, erreicht das Konzert seine Klimax.

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Die Fantasie für Bratsche und Klavier F-Dur (1918) des in Deutschland völlig unbekannten englischen Komponisten York Bowen (1884-1961) passt dazu wie die Faust aufs Auge: gepflegt elegische Musik mit großem Soßenfinale, bedenkenlos zusammengeschustert, aber stets schön anzuhören – und, obwohl der lange elegische Strich vorherrscht, mit einer großen spieltechnischen Bandbreite für die Bratschistin. Ein gelungener Auftritt, der den alten Europäer erfreut und ein wenig beschämt.

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