Wie ich lernte, Lutosławski zu lieben

Erst dachte ich, der Komponist hat eine Meise. Dann verschlug es mir den Atem, weil ich‘s so großartig fand. Witold Lutosławskis Werk war für mich ein Aha-Erlebnis und Lutosławski ein perfekter Türöffner zur neuen Musik, ein Vorhang-beiseite-Schieber. Darum freue ich mich (gleich dem jungen Herrn zu Füßen der Polonia auf Jacek Malczewskis Bild rechts) überaus immens, dass ich für das jungehrwürdige Elbphilharmonie Magazin ein paar Seiten über Lutosławski schreiben durfte.

Das Heft steht unter dem Titel Nachbarn, weil es in der kommenden Elbphilharmonie-Saison einen Schwerpunkt Polen gibt. Online gibts das Magazin (momentan) leider nicht, aber man kann reinblättern. Oder auch das Heft bestellen.

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Lieben Sie Bruckner?

Bruckners Neunte, von Eduard Tomek

Die Liebe zu Anton Bruckner, sagte der Konzertgänger, behauptete ich, sei naturgemäß die fürchterlichste und die herrlichste. Die Liebe der Linzer zu Anton Bruckner aber sei naturgemäß die allerfürchterlichste und die allerherrlichste, sagte er, behauptete ich. Einerseits Torte, andererseits Bruckner. Die einerseits unerträglich fürchterliche, andererseits unerträglich herrliche oberösterreichische Linzer Liebe zu Anton Bruckner, sagte er, behauptete ich, gehe sogar so weit, dass sie ihr oberösterreichisches Linzer Orchester nach Anton Bruckner benannt hätten.

Weiterführende Literatur: Mein eben erschienener Artikel Sieben Arten, Bruckner zu lieben — naturgemäß im Orchesterbuch 2018/19 des Bruckner Orchesters Linz (pdf).

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Rattle-Abschieds-Countdown ⑤④③②❶: ZERO!

Nun wirklich aller, aller, allerletztes Konzert von Sir Simon Rattle als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, in der Waldbühne. An diesem Wochenende muss sogar der Himmel über Berlin nach Wochen und Monaten des strahlenden Sonnenscheins vor Abschiedsschmerz weinen. Publikum und Musiker werden sich davon nicht die Laune verderben lassen. Hier sind indes alle Berichte über Rattle-Konzerte zu lesen, die seit 2015 auf diesem Blog erschienen.

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32 Variationen über einen Ball: Die Musik zum Fußball

Fußball und Musik, ein heikles Verhältnis. Engländer sind mit You’ll Never Walk Alone noch gut bedient. Südländische Temperamente können zu Nelly Furtados Força die Hüften wiegen. Die Deutschen freilich sind durch Songs wie Fußball ist unser Leben oder Zeit dass sich was dreht schwer traumatisiert. Was aber können Klassikfans hören?

Na, das hier: Ein deutsches Brasilien-Capricho, eine lappische Deutschland-Motette, ein englisch/niederländisches Lamento und und und – 32 Musikstücke für 32 Teams. Von Klassikern bis zu abstrusen Raritäten. Zur Einstimmung vor jedem Spiel. Oder halt statt Fußball. Denn diese ultimative Playlist zur WM 2018 ist auch für Fußballverächter geeignet.

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Goodbye, Sir Simon

Was haben eine Ostberliner Weltreisende, ein englischer Erasmusstudent, ein Dahlemer Ausparkkünstler, ein 9jähriges Mädchen mit Glitzerohrringen und eine Frau aus Syrien mit Bach, Mahler, John Adams und dem Himmel über Berlin zu tun? Die Zeit mit dem Stadtraum? Und sie alle mit dem scheidenden Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker? Mehr dazu in meinem Beitrag in der eben erschienenen neuen Ausgabe von 128 – Das Magazin der Berliner Philharmoniker. „Der Schriftsteller Albrecht Selge erinnert in seiner literarischen Chronik an die Höhepunkte der Rattle-Ära“, heißt es da. Oder kurz: Goodbye, Sir Simon.

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Wenn die Sonne den Mond küsst

Wer oder was ist ein Theremin? Und was oder wer war der Philipp Glass des 15. Jahrhunderts? Was hat der VEB Ernst Lück mit englischer Gambenmusik zu tun? Und wieso setzt es bei Bach immer Schimpfe?

Meine Reportage über die famose Lautten Compagney und das zauberhafte Aequinox-Festival in Neuruppin, wo die Sonne den Mond küsst, jetzt im aktuellen VAN Magazin.

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Hörstörung (22): Eltern bewundern ihr Kind

In jenem familiären Parallelleben, das er klammheimlich neben Konzertsaal, Kammermusiksalon und Opernhaus führt, gerät der Konzertgänger öfter in musikschulische Aufführungen, in denen er nicht nur die stets stupenden Darbietungen seiner eigenen Sprösslinge und vieler anderer Kinder und Jugendlicher bewundern darf, sondern auch immer wieder einem Phänomen begegnet, das ihm ebenfalls des, allerdings ungläubigen im Sinne von das ist doch unglaublich, Staunens wert scheint: Weiterlesen

Saisonvorschauen (1): Rundfunk-Sinfonieorchester

Noch mitten in der Saison erscheinen die Ankündigungen für die neue Saison. Als erstes ist das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin dran. Die laufende Saison hat im Konzertgänger den Eindruck bestärkt, dass das RSB mit Vladimir Jurowski den aufregendsten Chefdirigenten aller Berliner Orchester hat. In der neuen Saison tritt zu Jurowskis Pastoren-, wenn nicht Mönchsschwarz kräftiges Pastoralgrün, denn es gibt jetzt (wie zu Metzmachers Zeiten beim DSO) ein übergreifendes Saisonthema: Der Mensch und sein Lebensraum. Weiterlesen

Lob des Konzertschlafs

Was dem Cineasten das Weinen, ist dem Konzertfreund das Einschlafen – das höchste der Gefühle. Selbst wer das bezweifelt, wird zugeben müssen, dass es zumindest eins der häufigsten Konzerterlebnisse ist. Grund genug, einen genaueren Blick aufs Schlafen im Konzert zu werfen: Hier gehts zu meinem Lob des Konzertschlafs.

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Zehn Rechte des Konzertbesuchers

Es ist Zeit, die unverbrüchlichen Rechte des Konzertbesuchers zu verkünden.

Zehn sollen es sein.

Analog zu den zehn Rechten des Lesers, die der französische Schriftsteller und Literaturwissenschaftler Daniel Pennac postuliert: Weiterlesen

Angst, Kleinmut und ein viraler Scherbenhaufen

Update zum Fall Lücker/Hope – für den Teil der Blog-Leserschaft, der nicht die Weltpresse verfolgt: Denn über die Sache mit dem Moderator, den das Konzerthaus Berlin wegen eines satirischen und/oder schmähenden Videos über Daniel Hope rausschmeißen will (siehe hier und hier), berichtet mittlerweile nicht nur BR Klassik, sondern auch die Londoner Times und die New York Times. Weiterlesen

Weder ängstlich noch kleinlich? Daniel Hope grollt nicht

Zum Fall des Dramaturgen Arno Lücker, der wegen Beleidigung des Geigers Daniel Hope vom Konzerthaus Berlin rausgeschmissen werden soll, gibt es jetzt eine Stellungnahme des Intendanten – und eine von Daniel Hope selbst, die auf eine besonnenere Lösung hoffen lässt. Weiterlesen

Angstkleinlich: Ein Star schießt mit Kanonen auf Satirespatzen

Haarsträubender Vorgang am Konzerthaus Berlin: Offenbar weil der berühmte Geiger Daniel Hope sich über eine Satire (oder auch bloß Allerweltsblödelei) ärgert, wird ein unberühmter Dramaturg gefeuert. Darauf macht der Komponist Moritz Eggert in einem offenen Brief im „Bad Blog“ der neuen musikzeitung aufmerksam.

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Bewegung, bitte!

Auch zu viele Kekse schnabuliert über die Feiertage? Oder zu viel Musik gehört im bequemen Sessel? Dann aber raus!

Andererseits, immerzu raus, was soll das. Musikhören ist auch schön. Hier werden Sie geholfen: Musik, die sich bewegt. Sechs Schlittenfahrten, eine Hummel und zwei Eisenbahnen, Steckenpferd und Fangenspielen, drei irre Fingerakrobaten, brasilianischer Karneval und ein durchgeknallter Bienenschwarm. Oder was soll das Letzte sein? Eine Playlist für Kinder – und was für Kinder gut ist, das kann Erwachsenen nicht schaden. Weiterlesen und Hören

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Jauchzet, frohlocket

Schönstes Weihnachtsoratorium ever. Frohes Fest allen Lesern und S.D.G.!

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