33 Veränderungen über Vladimir Jurowski

Berlin und Moskau. Oleg Senzow und Gustav Mahler. Die Frage nach der Halbgöttlichkeit von Carlos Kleiber, Teodor Currentzis und Alfred Schnittke. Radfahren und die Ewigkeit und die Freiheit des Musikers: Vladimir Jurowski in 33 Veränderungen. Mein Porträt des Dirigenten im neuen VAN Magazin.

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Wenn die Sonne den Mond küsst

Wer oder was ist ein Theremin? Und was oder wer war der Philipp Glass des 15. Jahrhunderts? Was hat der VEB Ernst Lück mit englischer Gambenmusik zu tun? Und wieso setzt es bei Bach immer Schimpfe?

Meine Reportage über die famose Lautten Compagney und das zauberhafte Aequinox-Festival in Neuruppin, wo die Sonne den Mond küsst, jetzt im aktuellen VAN Magazin.

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Thereminzwitschernd: Aequinox in Neuruppin

Erfüllendes Wochenende in Neuruppin: Bei den 9. Aequinox-Musiktagen zur Tag- und Nachtgleiche spielte die Berliner Lautten Compagney mit einer illustren Gästeschar – von Odysseus bis zu Ernst Jünger, von singenden Schweden und trompetenden Böhmen bis zu bunten Vögeln auf dem Weg ins Paradies der Selbsterkenntnis. Seltsame Bekanntschaften gab’s da: Iranische Musiker trafen auf unerhörte frühe europäische Renaissanceklänge. Und in der nächtlichen Siechenhauskapelle erfuhr Johann Sebastian Bach eine Begegnung der dritten Art mit dem elektromag(net)ischen Theremin. Die Theremin-Virtuosin Carolina Eyck verkürzt die Zeit, bis in einigen Tagen meine ausführliche Reportage über die Lautten Compagney und das Aequinox-Festival im VAN Magazin erscheinen wird.

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Mozart auf der Reise nach Moskau

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Ein Gastspiel ist eine Staatsaffäre. Am Abend bevor das Ensemble der Komischen Oper mit seiner Zauberflöte das Moskauer Tschechow-Festival eröffnen darf, hat es sich in der schönen Residenz des deutschen Botschafters einzufinden: »Italienische« Krypto-Renaissance in der Ulitsa Povarskaya 46, einer für Moskauer Verhältnisse ruhigen Seitenstraße im Arbat-Viertel, das irgendwas zwischen altem Adelsquartier, Künstlerkolonie und Touristenfalle ist. Geduldig und in zivil lauschen Tamino, Pamina, Papageno den Reden des Gesandten und Ständigen Vertreters, des Kulturreferenten, der Vertreterin des Goethe-Instituts, des Festival-Generaldirektors. Und immer wieder den Reprisen der Dolmetscherin. Thema mit Variationen: »Die hervorragenden kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland«. Die Redner müssen das Wort kulturelle nicht betonen, damit man die Betonung hört.

»It’s part of the job«, wird Tamino später sagen.

Für die Königin der Nacht gehört es sogar zum Job, einmal ihre Rache-Arie zu trällern. Da scheint selbst Bismarck seine schweren Augenlider ein wenig zu heben, der über dem Bechsteinflügel vor sich hin dämmert, müde geworden vom jahrelangen Grußwort-Einerlei und vielleicht auch vom ewigen Auf und Ab der deutsch-russischen Beziehungen. Später wird er, während die Menge zum Büffet strebt, wo auch Papageno sein Glas Wein erhält, ein kompetentes, unterfordertes Trio hören, das angenehme Musik von Mozart bis Satie spielt. Spätestens bei der Gnossienne ist Bismarck wieder im Ennui versunken.

Ein Gastspiel ist eine Staatsaffäre. Wagt der Besucher sich mutig zur Pforte hinein, die in die Proberäume des Bolschoi führt, muss er, sei seine Absicht auch edel und lauter und rein, eine Sicherheitsschleuse durchqueren, sich dem Metalldetektor präsentieren, seine Tasche öffnen. Er kennt das bereits, so ist es hier in jedem größeren Hotel, jedem Museum, jeder Shopping Mall, jedem U-Bahnhof.

Denn ganz Moskau ist eine Staatsaffäre.  weiterlesen →

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Resonanz und Hygiene

Was wird nicht alles bekakelt, wenn es um die Klassik geht! Unsterbliche und vergessene Werke, spektakuläre und enttäuschende Aufführungen, Weltstars, Blender, geheime Sandrart-cupidMeister ihres Fachs – keine unwichtigen Dinge, gewiss. Doch wer spricht von den Toiletten? Dabei kann niemand bestreiten, dass der Konzertbesucher dort Minuten von hoher Dringlichkeit verbringt. Nicht nur, weil es innerste Bedürfnisse gilt, sondern auch, weil Musik nachklingen will und muss.

Doch hält das stille Örtchen, was sein Name verheißt? Dieser Frage gehe ich im neuen VAN-Magazin nach. Ein investigativer Blick in die Eingeweide der Klassik.

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