16.12.2016 – Geschmackssachlich: Berliner Philharmoniker, Thielemann, Buchbinder mit Beethoven und Bruckner

Den dunkelwarmen Klang, den Metzmachers überragende Bruckner-Vierte beim DSO verweigerte, schenken Christian Thielemann und die Berliner Philharmoniker bei Anton Bruckners Symphonie Nr. 7 E-Dur im Übermaß. Drei Abende lang, hier geht’s um den zweiten.

Bei Metzmacher klang Bruckner ganz anders, als man ihn sich vorstellte, und das war gut so – aber auch Geschmackssache, ein älteres Ehepaar ging nach dem ersten Satz. Bei Thielemann klingt Bruckner, wie man ihn sich vorstellt, und das ist auch gut so, grandios, glorios. Aber ebenfalls Geschmackssache.

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10.12.2016 – Schallend, verhallend: Berliner Philharmoniker, Thielemann, Kremer mit Gubaidulina und Bruckner. Rattle und Hannigan mit Grisey

Das interessante Programm, das die Berliner Philharmoniker unter Christian Thielemann (mehr dazu unten) dreimal gespielt haben, wird am Samstagabend durch das anschließende Late-Night-Konzert mit Simon Rattle, Barbara Hannigan und einem 15köpfigen Ensemble aus Philharmonikern und Gästen außergewöhnlich kontrapunktiert: Vier ergreifende Meditationen über den Tod sind Quatre chantes pour franchir le seuil, die der französische Komponist Gérard Grisey (1946-98) kurz vor seinem Tod komponierte. Ein leises Reiben auf der Großen Trommel ist vor und zwischen den Stücken zu hören, oder eben kaum zu hören, und da meint der (Nicht-)Hörer sein eigenes Atmen zu vernehmen, fassungslos vor der unbegreifbaren Grenze.

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