Durchgedreht: Brittens „The Turn of the Screw“ an der Staatsoper Unter den Linden

Feschttage-Rummel isch over: Nach dem österlichen Großbohei mit Verdi, Wagner, Debussy, Argerich, Barenboim & Co darf die Staatskapelle erstmal verschnaufen vom Akkorddienst im Akkord. Aber just wenn sich Starflut und Klangwogen verzogen haben, tauchen im scheinbar schilfigen Schlick oft die feinsten Perlen auf: etwa Benjamin Brittens nun wiederaufgenommene Kammeroper The Turn of the Screw (1954) nach der Erzählung von Henry James. Dazu brauchts im Orchestergraben nur 13 Musiker: ein Streichquintett, vier Holzbläser, an Blech lediglich ein Horn, dazu Schlagwerk, Harfe und Klavier/Celesta. Während der große Orchesterapparat sich erholen darf, ist das Publikum aufs Äußerste gefordert.

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Lädiert: Strauss‘ „Ariadne auf Naxos“ an der Staatsoper Unter den Linden

Schön und recht pfiffig, dass die heimgekehrte Staatsoper Unter den Linden den anfangseuphorischen Andrang nutzt, um als eine der ersten Wiederaufnahmen eine Inszenierung des alten Abo-Schrecks Hans Neuenfels auf die sanierte Bühne zu hieven.

Und passt die aus unvereinbaren Gegensätzen verquickte Ariadne auf Naxos von Richard Strauss nicht ganz besonders in diesen Historienhybrid von Lindenoper, der in seiner seltsamen Disproportionalität das Gegenteil des Gewünschten bewirkt: nämlich statt Kontinuität das Lädierte des Hauses hervorzuheben?

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