Ewiglächelnd: „Götterdämmerung“ an der Deutschen Oper

„Vivat Götz!“ schallt es aus Reihe 16 oder 17, nachdem der letzte Ton der Götterdämmerung verklungen ist und damit der erste von zwei Abschiedszyklen des Rings des Nibelungen vorbei. Aber genau mit dieser Götzdämmerung lässt die Deutsche Oper ja ihren Götz Friedrich hochleben, indem sie sich, wie er es schon zu Lebzeiten wollte, ab 2020 an einen neuen 800px-Siegfried_and_the_Twilight_of_the_Gods_p_130Ring macht. Für diesmal aber kommt der Konzertgänger mit guter Kunde zurück aus dem alten Ring. Noch einmal – zum letzten Mal – lächelte ewig der Gott.

Nur kaltschnäuzige Opernfreunde und, zugegeben, auch die ächzende Bühnenapparatur ersehnen schon lange das Ende der ewigen Qual. Fataler Hörfehler, denn Waltraute singt ja vom Ende der Ewigen Qual! (Wie macht man beim Singen Groß- und Kleinschreibung hinreichend deutlich?)

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Entflammend: „Siegfried“ beim vorletzten Tunnel-Ring an der Deutschen Oper

Im Siegfried möchte der Konzertgänger normalerweise immer vorspulen. Nicht so in dieser Aufführung an der Deutschen Oper, mit der der vorletzte Zyklus von Götz Ring45Friedrichs legendärer Ring-Inszenierung seinem Ende zu eilt. Es ist, als wollte alles die Zeit anhalten.

Auf fast sechs Stunden dehnt sich der Mittwochabend, nicht nur wegen der ausgedehnten Pausen, sondern auch weil das Orchester (Sonderpunkte für Klarinette und Horn im zweiten Aufzug) unter Donald Runnicles, ohne Bummelei zwar, den Abschied weidlich zelebriert. Der Nachbar des Konzertgängers, der Urväter-Ring-Weisheit mit Löffeln gefressen hat, kann den Unterschied zu Böhms und Karajans Zeiten minutiös, ja sekundös belegen. Weiterlesen

Zeittunnelsausend: Erster letzter „Ring des Nibelungen“ an der Deutschen Oper

Tube Shelter Perspective 1941 by Henry Moore OM, CH 1898-1986

Henry Moore, Tube Shelter Perspective 1941, Copyright Tate

Hojotoho, Abschiedssause im Zeittunnel! Mit Rheingold und Walküre begann am Wochenende der erste der beiden letzten Zyklen, den die Deutsche Oper ihrem Ring des Nibelungen gewährt. In der legendären Götz-Friedrich-Inszenierung, die gefühlt älter ist als der Ring selbst. Ein düst`rer Tag dämmert dem Tunnel, in zwei Wochen geht’s mit Alba ab zum Recyclinghof.

Schon wieder eine Unendlichkeit vorbei also. Zu End‘ ewiges Wissen, wie Wilhelm Busch dichtete, hinab zur Mutter, hinab! Oder in Richard Wagners unsterblichen Versen: Eins, zwei, drei im Sauseschritt saust die Zeit, wir sausen mitWeiterlesen

7.9.2016 – Sphärisch: Rued Langgaard und 1. Akt Walküre mit der Deutschen Oper beim Musikfest

harnonicesmundiNur ca. 2,37 % der Besucher sind wegen Rued Immanuel Langgaards Sphärenmusik in die Philharmonie gekommen, darunter der Konzertgänger; aber der 1. Aufzug von Richard Wagners Walküre ist auch ganz hübsch. Wenngleich Tomi Mäkelä im sphärisch mäandernden Programmheft schreibt:

DIE WALKÜRE ist im Vergleich zu Langgaards „Sphärenmusik“ leichte Kost.

Word! Aber bei einer Luxusbesetzung mit Peter Seiffert, Anja Harteros und Georg Zeppenfeld darf man zumindest von Feinkost sprechen, Delikatesse, Comestibles, hochergötzlicher Ohrenschmaus.

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