Schmerzlich: Brittens „Billy Ohnesorg“ an der Deutschen Oper

Black_sea_by_Ivan_Aivazovsky2. Juni, schmerzlicher Abschied von Benjamin Brittens Billy Budd: für diese Saison, hoffentlich nicht für immer. Aber wo soll die Deutsche Oper Berlin das Publikum herzaubern für dieses Juwel? Besser kann sie ja kaum sein, dieser Billy Budd gehört(e) zum Stärksten, Eindrucksvollsten, Berührendsten, was hier in den letzten Jahren auf die Bühne gekommen ist. Weiterlesen

23.11.2016 – Stilbruchreich: Meyerbeers „Hugenotten“ an der Deutschen Oper

Gut, das Ding muss, wer sich nur einen Deut um die liebe Oper schert, gehört haben. Schon die Ouvertüre. Nicht nur weil die Anklänge ans Tannhäuser-Vorspiel direkt ins Ohr springen. (Nein, liebes Ohr, es ist umgekehrt: die zehn Jahre später geschriebene Tannhäuser-Ouvertüre erinnert an die Hugenotten.) Sondern auch weil Meyerbeer sich Luthers Ein feste Burg ist unser Gott zum Thema seiner Ouvertüre gewählt hat. Der Choral begegnet dann im Verlauf der Oper immer wieder, auch wenn leitmotivisch etwas viel gesagt wäre.

francois_dubois_001In katholischen Ländern stieß man sich heftig am Sujet von Giacomo Meyerbeers Les Huguenots (1836), dem Protestantenmassaker der Bartholomäusnacht im Jahr 1572. In Wien und Mailand etwa wurde kreativ umgedichtet (Die Ghibellinen in Pisa).

Aber was sollen dann erst die Protestanten sagen? Weiterlesen