Hörstörung (6): Schießen Sie auf das Publikum, Pianist!

Nachtrag im Konjunktiv II zum krass verhusteten Trifonov-Rezital vor einer Woche:

Der Konzertgänger ist ein friedliebender Mensch. Aber manchmal würde es ihn nicht wundern, wenn ein von Störgeräuschen aller Arten gemarterter Pianist seine Arbeit plötzlich unterbräche und, in freier Umkehrung des berühmten Filmtitels, aufs Publikum schösse. Und vielleicht wäre es gar nicht schlecht, wenn das ab und an geschähe; nicht ständig, aber immer wieder einmal; so dass kein Zuhörer sicher wäre, dass nicht eben jener Pianist, eben heute Abend zu einer so schaurigen Tat in der Lage wäre.

Et fieret silentium.

Und weil’s so schön ist:

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5.10.2016 – Sehr aufgeregt: Daniil Trifonov spielt Schumann, Schostakowitsch, Strawinsky

maxresdefaultStets leises Misstrauen, wenn Hypervirtuosen eine Schubertsonate oder Robert Schumanns Kinderszenen op. 15 spielen. Aber schon in Von fremden Ländern und Menschen bezaubert Daniil Trifonov, der mit Billardkugeln an den Handgelenken unter Wasser trainiert, mit glockenklar singendem Ton. Dazu gibt’s im Kammermusiksaal eine Extraportion Rubato, vor allem in den Wiederholungen dehnt Trifonov manches Ritardando bis nah an den Stillstand. Weiterlesen