Hörstörung (18): Das Theaterpublikum hält den Rand

Warum zum Kuckuck, fragt sich der hörstörgeplagte Konzertgänger, als er zur Abwechslung einmal zum Theatergänger wird, um im Berliner Ensemble Michael Thalheimers zurecht hymnisch gelobte Frankfurter Medea-Inszenierung zu sehen und zu hören, die in beklemmend enger Weite die Sprache des Schreckens und der Finsternis, von Peter Krumme atemabschnürend dicht aus dem Griechisch des Euripides ins Deutsche übertragen, zum Klingen bringt, nur und einzig und allein die Sprache: warum zum Kuckuck ist dieses Theaterpublikum im Gegensatz zum Konzertpublikum in der Lage, zwei pausenlose Stunden lang ohne Mucks und Scharren und Husten zuzuhören?

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Melismatisch: Aribert Reimanns „Medea“ an der Komischen Oper

800px-Medea_1Bald Halbzeit für Medea! Dritte Aufführung von Aribert Reimanns Belcanto-Horror-Klopper an der Komischen Oper, vier Gelegenheiten gibt’s noch bis zu den Sommerferien. Ein Reimann-Sommer, wie er nicht so schnell wiederkommen wird: In zwei Wochen folgt die Gespenstersonate an der Staatsoper, nach den Ferien dann Reimanns neue Oper L’Invisible an der Deutschen Oper.

Opernfreunde, die danach keine Meinung über Reimann haben, werden mit Lebenslang im Opernmuseum bestraft.

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