Wenn die Sonne den Mond küsst

Wer oder was ist ein Theremin? Und was oder wer war der Philipp Glass des 15. Jahrhunderts? Was hat der VEB Ernst Lück mit englischer Gambenmusik zu tun? Und wieso setzt es bei Bach immer Schimpfe?

Meine Reportage über die famose Lautten Compagney und das zauberhafte Aequinox-Festival in Neuruppin, wo die Sonne den Mond küsst, jetzt im aktuellen VAN Magazin.

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Thereminzwitschernd: Aequinox in Neuruppin

Erfüllendes Wochenende in Neuruppin: Bei den 9. Aequinox-Musiktagen zur Tag- und Nachtgleiche spielte die Berliner Lautten Compagney mit einer illustren Gästeschar – von Odysseus bis zu Ernst Jünger, von singenden Schweden und trompetenden Böhmen bis zu bunten Vögeln auf dem Weg ins Paradies der Selbsterkenntnis. Seltsame Bekanntschaften gab’s da: Iranische Musiker trafen auf unerhörte frühe europäische Renaissanceklänge. Und in der nächtlichen Siechenhauskapelle erfuhr Johann Sebastian Bach eine Begegnung der dritten Art mit dem elektromag(net)ischen Theremin. Die Theremin-Virtuosin Carolina Eyck verkürzt die Zeit, bis in einigen Tagen meine ausführliche Reportage über die Lautten Compagney und das Aequinox-Festival im VAN Magazin erscheinen wird.

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Zeitzauberisch: Aequinox-Musiktage in und um Neuruppin

Die Tagundnachtgleiche ist, wie jedermann weiß, besonders günstig für Zeitreisen. Wenn 512px-Ecliptic.svgman denn die richtigen Zauberformeln beherrscht, wie das bei den Künstlern der Aequinox-Musiktage in Neuruppin vom 17. bis zum 19. März fast ausnahmslos der Fall ist. Das Programm des Festivals, das der umtriebige Wolfgang Katschner und seine lautten compagney Berlin mit vielfältiger Unterstützung seit acht Jahren stemmen, führt vom Jahr 2017 aus in eine lutherische Messe anno 1517, in die bedrohliche Klangpracht der italienischen Gegenreformation, schlägt einen irritierenden Bogen über 300 Jahre zwischen süddeutscher Barock- und argentinischer Tango-Mystik und macht einen nicht unschlüpfrigen Hausbesuch bei William Shakespeare.

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5.11.2016 – Kindhomerisch: „Odysseus“ im Radialsystem

head_odysseus_mar_sperlongaEine trojanische Flüchtlingswelle erreicht auf der Mittelmeerroute Ithaka, woraufhin Odysseus in See sticht, um eine Insel für die unerwünschten Flüchtlinge zu finden: so die Ausgangssituation in der Oper für Familien und Kinder, die die Taschenoper Lübeck und die lautten compagney Berlin im Radialsystem aufführen. Eine etwas holprige Aktualisierung, zumal das Schicksal der Flüchtlinge in Margrit Dürrs Libretto dann weiter keine Rolle spielt und die Läuterung des xenophoben Odysseus ziemlich vage gerät. Aber den nonchalanten Umgang mit antiken Vorlagen kann man sich als echt barock ja gefallen lassen. Weiterlesen