Märchenkess: Gala- und Kinderkonzerte an der Staatsoper und beim DSO

Gala, Kinder!

Jedes Kinderkonzert ist ein Galakonzert: Da wird im Publikum mitdirigiert, mitgewippt und mitgetanzt im Sitzen und im Stehen (eingeübt instruiert von der blauberockten Tänzerin Lea Hladka und ihrem Partner Christoph Viol in Rot). Und noch höher steigt der Festpegel, weil es das erste rbbKultur-Kinderkonzert seit fast zwei Jahren ist. Da war das zullende Baby, das jetzt wie ein listiges respice finem aus Reihe 17 oder 22 zu hören, als am Ende der Prinz seine schöne Aschenputtelin heimträgt, noch gar nicht geboren. Es ist Sergej Prokofjews Cinderella, die das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO) dem jungen, jüngeren und jüngsten Publikum vorstellt, klangschön und engagiert wie eh und je.

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Konzertgänger auf Reisen: AGRIPPINA im Prinzregententheater

Dekadent, wer bei dieser herrlichen AGRIPPINA den Daumen senkt!

Nach drei Tagen Bayreuth unbedingt den kalten Entzug vermeiden! Darum macht der Konzertgänger noch einen Zwischenstopp in München, wo im Prinzip ja das ganze Jahr Opernfestspiele sind. Als Berliner schämt man sich hier immer etwas, da der Münchner auf natürlichere Weise vornehm zu sein versteht; in Berlin ist alles Feine vulgär. Nochmal ein anderes, krasseres Kaliber aber sind die vornehmen Römer, zumindest die von einst – mit anderen Worten: Händels frühes Meisterwerk AGRIPPINA im Prinzregententheater.

Was für ein schönes, nobles Haus. Ist doch massiver gebaut als die mythische Bayreuther Festspielscheune. In den Toiletten allerdings riechts hier, kaum zu glauben, strenger noch als an der Deutschen Oper Berlin.

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